Sent: Monday, December 22, 2003 12:03 AM
Subject: Re: da ww.fellbeisser.de - risposta di Francarita Panvini alla lettera di Sina Walden contro Ebe e commenti sui traffici di animali

Der lange Brief von Sina Walden im "Fellbeisser" vom 20.10.2003 mit Bezug auf die Ausfuhr von Hunden nach Nordeuropa sowie ihre Bemerkungen über Ebe enthält viele merkwürdige Äußerungen und verschweigt so manches.

Wir verstehen den Grund nicht, aus welchem Sina Walden im Jahre 2003 an das ganz kurze, Ebe imponierende Treffen erinnert, das lediglich aus Höflichkeit im weit zurückliegenden Jahre 1994 stattgefunden hat. Hat sie in diesen neun Jahren Gedächtnisprobleme gehabt, oder handelt sie aus einer gewissen, aber nicht klaren Motivation?

Die italienischen Tierschützer hegen keinen gewissen "Hass" gegen die "deutschen Kriminellen" (wie Sine Walden schreibt), betrachten jedoch alle Exporte von Streunerhunden, die von Italien, Polen, Malta, Griechenland, Spanien, Portugal usw. nach Nordeuropa (Österreich, Schweiz, Deutschland, Belgien usw.) gefahren werden, mit großem Misstrauen. Es sind doch die nordeuropäischen Länder, die auf die südeuropäischen herabsehen, sie als Länder der dritten Welt betrachten und ihnen "traditionelle Gleichgültigkeit" unterstellen. Und somit benötige der Süden die "Erleuchtung" der zivilisierten Länder aus dem Norden der Welt.

Die Infos von Sina Walden sind unklar, ungenau und führen zu nichts. Wenn es stimmt, dass vor dem deutschen Konsulat in Mailand eine Demo erfolgte, ist es ebenfalls wahr, dass sie auch vor dem deutschen Konsulat in Rom stattgefunden hat, was Sina Walden jedoch, so scheint es, ignoriert und was ihre harten italienischen Tierschutzfreunde nicht mitgeteilt haben.

Dass Massenexporte existieren, ist eine Tatsache und unstreitbar. Sicher sind Fahrzeuge angehalten worden, die Tiere nach Nordeuropa transportierten:

1) am 13.06.1995 in Como Brogeda (Ziel: Schweiz und Deutschland): Eine Ladung von 38 oder 40 Hunden wurde zurückgeschickt, da die Tätowierungen fehlten (besser gesagt, es waren Fantasietätowierungen, auch die Sanitärbücher entsprachen nicht den Normen usw.).
2) Am 15.05.1990 wurde an der Grenze von Pontebba eine Ladung von 103 Hunden und 18 Katzen, die aus Polen kamen, angehalten.
3) Am 05.03.1996 wurde eine Ladung von 29 Hunden in Legnago angehalten.
4) Im März 2003 wurde eine weitere Ladung von 30 Hunden aus der Provinz von Lecce von den NAS (spezielle Polizei) angehalten.
5) Leider hat im Juni 2003 eine Ladung von 47 Hunden aus Kreta mit Endstation Koblenz trotz der fehlenden Impfbücher die Brennergrenze überschritten.

Und was soll man über die Internetanzeigen denken, in denen durch Adressen von der Uni Bremen Flugpaten sucht, um Hunde aus Malta und Mallorca auszufliegen?*
Sina Walden sagt nichts über die wirkliche Endstation dieser Tiere. Sie sagt, dass aus privaten Gründen und wegen der zu aufwendige Arbeit die Suche der Namen der neuen Besitzer unmöglich sei.

Bezüglich des Tierheims von Ebe sind die Äußerungen von Sina Walden absurd. Es handelt sich um ein wunderschönes Tierheim, in dem viele Streunerhunde leben - außerdem auch Rindvieh und Schafe -, die wöchentlich vom Vetamt 11 untersucht werden. Alle Hunde sind tätowiert. In der Mitte des sehr großen Areals mit Grasboden stehen Häuschen, in denen sich Hundehütten befinden. Viele Personen, die das Heim besucht haben, können bestätigen, dass den Tieren nichts fehlt. Man hat sich gegen den grässlichen Betonboden entschieden, um den Tieren die Möglichkeit zu geben, den natürlichen Kontakt zur Erde zu haben und bei Bedarf Löcher ausgraben zu können.
Ebe ist eine historische Tierschützerin, die in ganz Italien sehr bekannt ist sowohl für ihre Großherzigkeit als auch für ihre Hartnäckigkeit im Kampf für die Rechte der Tiere. Sie hat die Gruppe UNA gegründet (Mensch-Natur-Tiere), die tausende von Sympathisanten und Aktivisten zählt mit vielen Niederlassungen. Sie hat die Nationalbewegung der Tierschutzorganisationen gegründet und stets vehement gegen Tierleid und -missbrauch gekämpft.

Ich gehe auf die schweren Beleidigungen (Ebe sei "wahnsinnig") nicht ein, da diese nur denjenigen entehren, der sie benützt. Ich frage nun Sina Walden, ob sie es bevorzugen würde, ein freier Streuner und damit Hunger und Straßenrisiken ausgesetzt zu sein oder sich im Tierheim von Ebe "ohne Hoffnung" zu langweilen? Oder würde sie lieber in einem so wunderbaren Tierheim ihrer Heimat landen - mit ständiger Musikberieselung (damit es den Hunden nicht zu langweilig ist), aber auch mit sehr ungewissem Ende? Seriöse Tierschutzorganisationen - sowohl deutsche als auch schweizerische - bestätigen, dass auch in ihren Ländern ein Streuenerproblem existiert (leider), weshalb man die Gründe dieser Importe von Tieren aus dem Süden Europas nicht versteht. Es sei denn, man sei überzeugt davon, dass - wie die Menschen - die Hunde aus dem mediterranen Raum immer verfügbar sind, mit Gitarre und Mandoline die Menschen zu erfreuen und "o sole mio" zu singen, während die nordeuropäischen Hunde traurig und streng sind und nur Bier trinken.

Francarita Panvini

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* Wir suchen für Hunde (klein, groß, viele Welpen oder ausgewachsen) aus Tierheimen aus dem Süden ein neues Zuhause.
Für den Transport werden außerdem Malta- oder Mallorca-Urlauber gesucht, auf deren Namen Hunde nach Deutschland mitfliegen können. Die Fluggesellschaften ermöglichen im Tierschutzfall den kostenlosen Transport. Desweiteren suchen wir den Kontakt zu Tierärzten, die im Urlaub kostenlos Hunde sterilisieren möchten.
 

igehrken@uni-bremen.de

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La lunga lettera di Sine Walden su "der fellbeisser" del 20 ottobre 2003 riguardante le esportazioni di cani verso il nord Europa e Ebe contiene molte strane affermazioni e molti, altrettanto strani, silenzi.
Non riusciamo a comprendere la ragione che ha spinto Sine Walden a rimembrare nel 2003 lo sporadico incontro imposto a Ebe, e da lei subito per eccesso di cortesia, nel lontano 1994…..
Ha avuto problemi di memoria in questi nove anni o è stata mossa da una specifica e non chiara motivazione?
Gli animalisti italiani non hanno particolare rancore verso i "criminali tedeschi" (come Sine Walden stessa scrive), dato che, indistintamente, guardano con estremo sospetto tutte le esportazioni di animali randagi provenienti da Italia, Polonia, Malta, Grecia, Spagna,. Portogallo ecc. e diretti verso il nord Europa (Austria, Svizzera, Germania, Belgio ecc.). Caso mai sono i paesi del nord Europa che guardano con malcelato disprezzo quelli del sud Europa che, evidentemente, vengono considerati quali paesi del terzo mondo definendoli "tradizionalmente indifferenti" e, quindi, bisognosi di ricevere la luce della civiltà animalista dal nord del mondo.
Le informazioni di Sine Walden sono vaghe ed imprecise e, tutto sommato, inconcludenti.
Se è vero che è stata fatta una manifestazione davanti al Consolato tedesco di Milano è altrettanto vero che ne è stata fatta una anche davanti al Consolato tedesco di Roma, cosa che Sine Walden evidentemente ignora o della quale non è stata debitamente informata dai suoi amici animalisti duri italiani.
Che le esportazioni di massa avvengano è un fatto reale ed incontestabile: sicuramente sono stati fermati mezzi carichi di animali diretti nel nord Europa:
1) il 13 giugno 1995 a Como Brogeda (diretti in Svizzera e Germania) un carico di 38 o 40 cani è stato rimandato indietro per mancanza di tatuaggi (o meglio per tatuaggi di fantasia), certificazioni non conformi ecc.
2) il 15 maggio 1990 è stato fermato alla frontiera di Pontebba un carico di 103 cani e 18 gatti provenienti dalla Polonia,
3) il 5 marzo 1996 è stato fermato un carico di 29 cani a Legnago, 4) nel marzo 2003 un altro carico di 30 cani provenienti dalla provincia di Lecce è stato fermato dai NAS. Purtroppo, invece, nel giugno 2003 un carico di 47 cani provenienti da Creta e diretti a Coblenza , pur in mancanza dei certificati sanitari, ha passato la frontiera del Brennero. E che pensare di annunci via internet nei quali, con un indirizzo riferito all’Università di Brema si cercano accompagnatori di cani da Mallorca e da Malta?
Sine Walden non dice nulla sulla reale destinazione finale di questi animali, anzi dice che per motivi di privacy e per l’enorme lavoro che richiederebbe, la ricerca dei nominativi degli affidatari la cosa non è possibile.
Per quanto riguarda il rifugio di Ebe tutte le affermazioni di Sine Walden sono assurde. Si tratta di un rifugio stupendo che ospita un elevato numero di animali abbandonati, compresi bovini ed ovini, controllati settimanalmente dalla competente Asl 11. I cani sono tutti regolarmente tatuati; i ripari sono casette poste al centro di enormi box tenuti a prato, sotto le casette sono sistemate le cucce necessarie. Molte persone che hanno visitato il posto possono affermare che agli animali non manca nulla. La scelta di non voler l'orribile pavimentazione in cemento sotto le zampe dei cani è stata ponderata e fermamente voluta per dare agli animali il contatto naturale con la terra con la possibilità di scavare tutte le buche che desiderano.
Ebe è un animalista storica, notissima in tutta Italia, conosciuta per la sua generosità, la sua tenacia e il suo impegno nella lotta per i diritti degli animali. Ha fondato il Movimento UNA (Uomo-Natura Animali) che conta migliaia di simpatizzanti e attivisti e numerose sedi. Ha fondato il coordinamento nazionale di associazioni animaliste e lottato con determinazione in tutte le battaglie che vedono gli animali oppressi da sofferenze e abusi.
Trascuro le pesanti offese (Ebe è pazza) che degradano solo chi le proferisce. Mi permetto di chiedere a Sine Walden se preferirebbe essere un randagio libero di soffrire la fame ed i rischi della strada, piuttosto che annoiarsi nel rifugio "senza speranza" di Ebe, o se amerebbe anche finire in uno splendido rifugio di casa sua con filodiffusione costante (per non fare annoiare i cani) ma con una reale destinazione finale assai dubbia. Anche associazioni serie, sia tedesche che svizzere confermano che anche nei loro paesi esiste (purtroppo), il problema dell'abbandono per cui non si comprende la ragione di queste importazioni di animali dal sud Europa, a meno che… non si sia convinti che, al pari degli umani, i cani mediterranei siano sempre disponibili a rallegrare con chitarra e mandolino e a cantare "o sole mio", mentre i cani del nord Europa sono tristi ed austeri e si limitano a bere birra.
 

Francarita Panvini

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Francarita Panvini si riferisce al seguente testo di SIna Walden pubblicato su "fellbeisser" il 20.10.2003

Francarita Panvini bezieht sich auf den nachfolgenden und vom "fellbeißer" am 20.10.2003 veröffentlichten Beitrag von Sina Walden:

+++ Italienische Tiere

An alle: Die Behauptungen, dass aus Deutschland massenhaft AgentInnen von Pharmafirmen, einzelnen Vivisektoren oder Gastronomen nach Italien reisen, sich als TierschützerInnen ausgeben und Hunde aus Tierheimen holen, um sie ihren üblen Zwecken in Deutschland (Österreich, Schweiz) zuzuführen, geistern seit Jahren durch die italienische Presse. Sie haben alle eine einzige Quelle: eine gewisse Ebe, die bei Florenz ein Hotel betreibt und nahebei ein ziemlich großes Hundeasyl. Nachdem ich diese Behauptungen wiederholt gelesen hatte und sie vor allem von meinen italienischen Freunden aus der Tierrechts- und Tierbefreierbewegung als angebliche Tatsachen erzählt bekam, habe ich versucht, mir ein Bild zu machen. Dabei musste ich feststellen, dass ganze Arbeit geleistet worden ist - es gibt fast niemanden in Italien, der an Tierthemen interessiert ist, der diese Horrorgeschichten nicht glauben würde, auch bei den intelligentesten und engagiertesten Tierrechtler/innen konnte ich kaum Zweifel wecken. Einmal haben sie sogar vor dem deutschen Konsulat in Mailand eine Demo gegen den deutschen Tierklau gemacht. - Auf der anderen Seite habe ich immer wieder von deutschen Tierschützer/innen, die ich gut kenne, erzählt bekommen, welche Schwierigkeiten sie wiederholt an den Grenzen bekamen: Sie mussten Hunde wieder ausladen, die dann in (oft schreckliche) Heime zurücktransportiert wurden, bekamen Drohungen und wurden Schikanen ausgesetzt.

Deshalb fuhr ich einmal mit einigen deutschen Tierrechtlern, (die allerdings kein Italienisch konnten) und zwei, drei der aufrichtigsten und aktivsten italienischen "animalisti" zu dieser Ebe, auf die sich alle bezogen.
 

Meine dortigen Eindrücke: Ebe hat einen großen Besitz, und viele Treffen von Tierschützern aller Art finden dort statt. Am Hotel ist groß angeschrieben, dass es auch vegetarisches Essen gibt. Aber keineswegs nur. Der Speisesaal ist mit Plakaten gegen Pelz und gegen Tierversuche geschmückt, was die Kalbfleisch essenden Gäste nicht zu stören scheint. Ebe ist eine sehr dicke, autoritär auftretende Frau, die sich nur durch Vermittlung der italienischen Freunde dazu bewegen ließ, mit uns überhaupt zu reden. Das Reden dauerte dann immerhin drei, vier Stunden, in ihrem Büro, das mit Leitzordnern zum Thema vollgestopft ist. Es war eher einseitig, denn ihre Suada gegen die deutschen Verbrecher war kaum zu unterbrechen. Bei meinen jeweiligen Nachfragen, woher sie dieses oder jenes wisse, zog sie stets sofort einen Ordner hervor und legte mir Zeitungsartikel vor, auch deutsche, dazu diverse Briefwechsel usw. Nun bin ich gelernte Juristin und es gehört zum Handwerk, Beweise auf ihre Herkunft, Glaubwürdigkeit, Stichhaltigkeit zu prüfen. Um es etwas abzukürzen, fasse ich das Ergebnis zusammen: Bei Ebes Beweissammlung handelt es sich um ein Wahngebilde. Ähnlich wie bei Verschwörungstheoretikern werden Teilwahrheiten, Lügen, Erfindungen, Klatsch, gezielte Desinformationen, Missverständnisse usw. mit Einsprengseln von Wahrheiten vermischt, oft aus dubiosen, oft aus oberflächlichen oder interessengesteuerten Quellen geschöpft, und alle Funde, die die vorgefasste Behauptung stützen, werden ohne Gewichtung oder Nachprüfung an einer Kette aufgereiht und als "Entlarvung" deklariert. Da gab es zum Beispiel einen Artikel aus der Bildzeitung, dass in einem chinesischen Lokal in Berlin Hundefleisch gefunden worden sei. Die Überschrift enthielt das Wort "Skandal", das Lokal sei geschlossen worden. Auf meine Bemerkung, dass dies doch demnach verboten und der Vorfall eine Ausnahme sei, war Ebes Antwort, das sei eben nur die Spitze des Eisbergs, die man entdeckt habe, in Wirklichkeit sei es die Regel. Alle Asiaten würden in ihren Lokalen Hunde kochen. Außerdem seien auch die Deutschen Hundefresser. Beweis: Eine deutsche Fernsehdoku, in der aus einem abgelegenen Tal im Schwarzwald berichtet wurde, wo bei Bauern seit Jahrhunderten Hunde zum Speiseplan gehören. Auch dies nur die Spitze des Eisbergs - was die Bauern im Schwarzwald äßen, wäre eben "deutsche Küche" und würde mehr oder weniger heimlich überall im Land geschätzt.

Die Hunde für die Vivisektion: Dass es in D`land ein Gesetz gibt, wonach Hunde und andere Versuchstiere aus Zuchten stammen und registriert werden müssen, interessiere sie nicht. Die geklauten bzw. den Tierheimen unter dem Vorwand der Tierliebe abgeschwatzten Tiere seien ja umsonst, für die anderen müssten sie viel Geld zahlen. Den sadistischen Vivisektoren sei es auch egal, ob die Tiere unter "wissenschaftlichen" Gesichtspunkten geeignet seien, was ja bei "normalen" Haus- und Straßentieren von der "Wissenschaft" offiziell bestritten wird, die schlitzen alles auf, was sie kriegen können. Sie würden, um der Registrierung zu entgehen, heimlich nach Dienstschluss in ihren Labors eigene Experimente durchführen. Meine Frage, wie sie das denn für ihre Karriere verwerten könnten, wenn sie alles heimlich machen, und woher sie dafür Forschungsgelder bekämen, wischte sie, begleitet von wütend-blitzenden Blicken aus der Brille, mit der Erklärung vom Tisch, dass sie das zur Befriedigung ihrer sadistischen Triebe täten. Meine Frage, ob sich diese geheime Vivisektion denn so lohne, dass dafür Heerscharen von "gefälschten" Tierschützern honoriert und erhebliche Spesen für die Reisen nach Italien und geeignete Fahrzeuge bezahlt werden, trafen mich wieder verachtungsvolle Blicke: die würden sich alle eine goldene Nase daran verdienen!
Meine Frage: weshalb Italien? Antwort: weil Italien so viel bessere Tierschutzgesetze hätte. In Italien sind nur die Jäger, die ihre Hunde aussetzen, und gemeine Einzelpersonen schuld an den vielen "überschüssigen" armen Hunden und randagini (Streunern), aber solche Zustände wie in Deutschland gäbe es nicht. Sie habe selbst für die besseren Gesetze gesorgt, z.B. dass Tiere in Heimen nicht mehr nach kurzer Frist getötet werden dürfen. - Übrigens behauptet Ebe, dass es in Deutschland ebenso viele, wenn nicht mehr, streunende Hunde gäbe: der Widerspruch, warum dann die Deutschen extra nach Italien fahren, blieb unaufgeklärt.

Ich möchte noch einige deutsche Mitschuld an den zum Teil blödsinnigen Verleumdungen erwähnen: So schreibt z.B. der Deutsche Tierschutzbund an die Ebe, er sei auch gegen das Einführen ausländischer Hunde, die deutschen Tierheime seien überfüllt, die Importe würden gar nicht aufgenommen. (Aha, Beweis für Ebe: In Tierheimen landen die Italohunde also nicht!) Oder: einem Journalisten, den sie motivieren konnte, mal wirklich selbst nach D`land zu fahren und sich so ein Heim, in das angeblich Italohunde gebracht worden seien, anzuschauen, wurde in dem deutschen Heim die Tür vor der Nase zugeschlagen. (Ich hab in dem Heim angerufen, die Frau am Telefon hat das bestätigt - mit einer zum Fürchten strengen Stimme: da könnte ja jeder hergelaufene Journalist kommen...) Das Heim war dann auch noch ausgerechnet in Dachau - man kann sich vorstellen, was der Journalist dann geschrieben hat. Tierheime und auch absolut verlässliche Tierschützer, die ich kenne, weigerten sich, mir, als ich das alles mal systematisch aufklären wollte, die neuen Adressen von vermittelten Hunden zu geben - die einen aus "Datenschutzgründen" (die ich in diesem Zusammenhang für absurd halte), die anderen, weil ihnen das zu viel Arbeit mache, die sie besser für praktischen Tierschutz einsetzen könnten. Eine gute italienische Parlamentsabgeordnete, mit der ich lange sprach, hatte mich aber dringend um derartige Nachweise über den Verbleib italienischer Hunde an ein paar Beispielsfällen mit Fotos gebeten, damit sie Unterlagen für eine Parlamentsdebatte hätte, die Ebe angezettelt hat, (und die dann wohl letztlich im Sande verlief). Auch das ital. Konsulat hätte gern solche Hundelebensläufe gehabt, um sich zu einer Stellungnahme zu entschließen.
 

Das "Tierheim", das Ebe betreibt, würde bei jedem deutschen Tierheimbetreiber Entsetzen hervorrufen und die Veterinärbehörden auf den Plan rufen: Der größte Teil besteht aus vergitterten rostigen Freigehegen, ohne Dach und Wetterschutz, nackter Boden - Erde, Sand, Steine -, einmal am Tag kommt (nach eigner Angabe) ein Kellner und wirft Essensreste aus dem Hotel hinein. Die Hunde sind durchweg unterernährt, kommen winselnd ans Gitter gerannt und pressen ihre Nasen flehend dem Besucher entgegen, viele haben Wunden; in einigen winzigen überdachten Zellen sitzen die Unverträglichen, Schwerkranken und Mütter mit Welpen. Alle langweilen sich zu Tode. - Das erwähne ich nur, weil es mir wirklich die Tränen in die Augen getrieben hat, nicht um die deutschen Tierheime herauszustreichen, deren Konzepte auch oft genug Trostlosigkeit erzeugen, sondern nur um Ebes seltsame Selbsteinschätzung als Retterin der italienischen Hunde zu illustrieren. Sie sagt natürlich, dass die Tiere alle nicht mehr leben würden, was ja vermutlich auch stimmt. Aber da setzt wieder der Wahn ein: Nur bei ihr seien die Tiere in Sicherheit, sie vermittelt keine weiter und um Gottes willen schon gar nicht an Deutsche. Daraus entwickelt sich zwangsläufig das Tiersammlersyndrom mit den Folgen der Überforderung - kein Geld, kein Essen, knappste medizinische Versorgung, keine Einzelbetreuung, ein todtrauriges Leben in einem schlecht geführten Gefängnis. Ich als Hund wäre lieber ein Streuner, der seine eigenen Überlebensinstinkte einsetzen kann, als zu diesem hoffnungslosen Dasein gezwungen zu werden.

Ich erlaube mir, diese Frau als wahnsinnig zu bezeichnen. Natürlich "meint sie es gut" mit ihren "Enthüllungen". Sie ist subjektiv von der Richtigkeit ihres Tuns überzeugt und äußerst aktiv und geschickt in der Verbreitung ihrer Wahnideen, was so genannte "Pseudologistiker" gut können, bombardiert die Presse, die Behörden, Politiker und Tierschützer mit dramatisierten Infos, die keiner nachprüft. Die Zeitungen machen ab und zu gern Gebrauch von solchen Horrorgeschichten, noch dazu mit dem latent antideutschen Ressentiment, die Behörden handeln gelegentlich, und dann an der falschen Stelle, um so zu tun, als ob sie was tun, und Politiker tun so, als ob sie ihr glauben, geben ihr recht, dass das eine "Schweinerei" sei (neuer Beweis für Ebe!) und tun gar nichts, weil sie das Thema überhaupt nicht interessiert. Und die italienischen Tierschützer/innen glauben weitgehend den so massiv vorgetragenen Behauptungen, weil sie, wie die meisten Tierschützer in aller Welt, schnell bereit sind, den Menschen sowieso alles Schlechte zuzutrauen.

Das Gefährliche ist, dass es den vielen Personen und Organisationen, die sich der Hunde (und Katzen) Südeuropas, denen es in Heimen und auf der Straße nun wirklich überwiegend dreckig geht, annehmen, noch schwerer gemacht wird, den armen Tieren zu helfen. Die Verdächtigungen, die so eine Ebe ausstreut, treffen die Leute, die mit enormem Einsatz wenigstens einigen tausend Opfern der traditionellen Gleichgültigkeit im Süden woanders ein anständiges Leben zu verschaffen suchen. Dabei sind das in aller Regel Leute, die sehr wohl gleichzeitig vor Ort die herkömmlichen Übel zu ändern suchen, wenn es ihnen möglich ist, durch Beeinflussung der Menschen, Hilfestellungen, Gründung von ordentlichen Heimen, Kontakte mit einheimischen Tierschützer/innen und Gutwilligen, mit Tierärzten und Bürgermeistern etc. Es hat sich auch sehr viel gebessert über die Jahre, vor allem in der öffentlichen Einstellung, jedenfalls kann ich das von Italien sagen. In Italien registriere ich sogar, dass manche Ideen schneller vorankommen als hier (z.B. dass es ein Verweigerungsrecht für Studenten und Institutsmitarbeiter gibt, ein gesetzliches Recht, nicht gegen sein Gewissen an Tierversuchen teilnehmen zu müssen), dass in Zeitungen intelligentere Artikel über Tierrechte zu finden sind und viel mehr davon, dass z.B. vielerorts Zirkusse mit Tieren verboten und in mehreren großen Städten sogar die Zoos abgeschafft wurden, dass das Niveau der Tierrechtsbewegung hoch ist und radikale Aktionen stattfinden. Also ich möchte mit meinen Ausführungen nicht selbstgerechten Deutschen Munition liefern, die das Schlimme gern woanders und das Gute zuhause suchen. Nur muss ich umgekehrt den absurden Chauvinismus der Ebe auch beim Namen nennen. Nicht einmal uns, die wir viele Stunden bei ihr waren und gerade direkt von einer gelungenen Tierbefreiung aus dem Schlachthof in Bologna kamen, obendrein von ihr gut bekannten italienischen Tierrechtlern bei ihr eingeführt wurden, wollte sie auch nur einen einzigen Hund aus ihrem "Heim" mitgeben. Am Ende, als wir sie vor unserem Auto fotografieren wollten, als Gag, weil das Nummernschild EBE (Ebersberg) wie ihr Name war, lief sie schreiend davon - mit Deutschen und mit einem deutschen Auto würde sie sich nicht mal fotografieren lassen.

Sina Walden (19.10.2003; 22:11 Uhr)
< sinawalden@t-online.de >
 

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p.s. il contenuto di questa sezione è molto importante in quanto la piaga dei traffici di animali verso il nord Europa è molto estesa.
Diffondete più che potete e diffidate di chi si si offre di sistemare animali in Germania, Austria Svizzera o chi mentendovi vi promette facili affidi. Controllate sempre lo stato degli animali nel tempo e non allontanateli dal territorio, perchè ricordatevi che la vostra ignoranza, la vostra indifferenza, la vostra complicità, sarà la loro FINE.
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